Pferdeleder

YTN №7 ist ein unabhängiges Lederhaus in Islington, London. Natalie Redol gründete die Marke 2015 und fertigt jedes Stück von Hand – Taschen, Rucksäcke, Kleinlederwaren und Schmuck, die direkt auf ytn7.com verkauft werden. Pferdeleder ist das Material, aus dem der größte Teil dieses Sortiments gefertigt wird. Diese Seite erklärt, warum.
Viele Menschen fragen, warum Pferdeleder. Für Natalie ist die Antwort einfacher, als man erwarten könnte: das Gewicht. Es ist geschmeidig, robust und leicht und hat ein Narbenbild, das man mit nichts anderem verwechseln kann.
Im Laufe der Jahre haben wir mit vielen Ledern gearbeitet – Kalbsleder, Rindsleder und anderen – und genau diese Erfahrung führt uns immer wieder zum Pferdeleder zurück. Die Alternativen aus erster Hand zu kennen, macht es zu einer echten Entscheidung und nicht zu einem Slogan. Pferdehaut hat einen Charakter, um den herum wir die meisten unserer Kernstücke gestalten.
Pferde werden nicht wegen ihrer Häute gezüchtet oder geschlachtet. Jede Haut ist ein Nebenprodukt, und weltweit gibt es deutlich weniger Pferdeleder als Rindsleder.
Wir verwenden Pferdevorderleder, das bei Conceria Maryam in Santa Croce sull'Arno in der Toskana pflanzlich gegerbt wird – direkt im Zentrum des italienischen Lederverarbeitungsgebiets, ohne Metalle, ausschließlich mit pflanzlichen Gerbstoffen. Das Leder wird nach unseren Vorgaben entwickelt und gegerbt, statt fertig aus einem Katalog gekauft zu werden.
Pferdeleder ist unsere Grundlage, aber nicht unser gesamtes Vokabular. Von Zeit zu Zeit stoßen wir auf ein Material, mit dem sich zu arbeiten lohnt – eine Rindslederhaut mit dem richtigen Charakter, ein Veloursleder mit dem richtigen Griff, Leinen oder Canvas – und wenn es gut genug ist, kaufen wir es und fertigen eine kleine Serie. Diese Stücke ergänzen die Kernkollektion, anstatt sie zu ersetzen.
Wie es altert
In den ersten sechs Monaten bis zu einem Jahr passiert unserer Erfahrung nach fast nichts mit der Tasche. Sie sieht aus wie am ersten Tag und passt sich lediglich leicht der Art an, wie sie getragen wird. Natalie hatte einmal einen chromgegerbten Rucksack – nach zehn Jahren wusch sie ihn, färbte ihn und fütterte ihn erneut mit Fett; danach sah er wieder wie neu aus. Pflanzlich gegerbtes Leder altert, so Natalie, anders: langsamer und schöner – bei minimaler Pflege hält ein Stück jahrelang und kann weitergegeben werden.
Das Leder hat einen leichten, zurückhaltenden Duft – man bemerkt ihn, wenn man das Stück nahe an sich heranführt, oder wenn man jemanden fragt, der zum ersten Mal das Atelier betritt (Natalie selbst nimmt ihn schon lange nicht mehr wahr). Bei der Berührung wirkt es dicht; für uns hat es eine Lebendigkeit, die wir bei chromgegerbtem Leder nicht finden.
Wasser oder Regen scheut es nicht – wir waschen unsere eigenen Stücke manchmal von Hand, und das schadet ihnen nicht. Das Einzige, was man wirklich vermeiden sollte, ist die Waschmaschine. Alles Weitere finden Sie im Pflegeleitfaden.